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10. Oktober 2026

Sucht und psychische Erkrankungen: Wenn beides zusammenkommt

Alkohol beruhigt die Angst. Cannabis dämpft depressive Gedanken. Stimulanzien bekämpfen die Erschöpfung. Für viele Menschen ist Substanzkonsum zuerst eine Lösung – bevor er zum Problem wird. Das erklärt, warum Suchterkrankungen und psychische Erkrankungen so häufig gemeinsam auftreten. In der Fachsprache nennt man das Komorbiditäten oder Doppeldiagnosen.

Wie häufig ist das Zusammentreffen?

Studien zeigen: Rund 50 Prozent der Menschen mit einer Suchterkrankung haben gleichzeitig eine weitere psychische Erkrankung. Am häufigsten sind Depressionen, Angststörungen, PTBS und ADHS. Und die Verbindung geht in beide Richtungen: Psychische Erkrankungen erhöhen das Risiko, eine Sucht zu entwickeln – und Sucht verstärkt psychische Erkrankungen oder löst sie aus.

Das Henne-Ei-Problem

Was war zuerst da – die Depression oder der Alkohol? Bei Doppeldiagnosen ist diese Frage oft nicht eindeutig zu beantworten. Und für die Behandlung ist sie es auch nicht entscheidend. Wichtiger ist: Wenn nur eine der beiden Erkrankungen behandelt wird, leidet die andere darunter. Wer die Depression behandelt, ohne die Sucht anzugehen, stabilisiert sich nicht dauerhaft. Wer aufhört zu trinken, ohne die dahinterliegenden Belastungen zu bearbeiten, hat ein hohes Rückfallrisiko.

Besonders häufige Kombinationen

Alkohol und Depression: Alkohol ist ein Depressionsverstärker. Kurzfristig dämpft er negative Gefühle – langfristig verschlimmert er Depression neurobiologisch. Viele Betroffene geraten in einen Kreislauf, aus dem sie ohne Unterstützung kaum herausfinden.

Cannabis und Psychose: Regelmäßiger Cannabiskonsum, besonders in jungem Alter, erhöht das Risiko für psychotische Erkrankungen signifikant – und kann bei Vulnerablen eine Schizophrenie auslösen oder verschlimmern.

ADHS und Stimulanzien: Menschen mit unbehandeltem ADHS greifen häufig zu Alkohol, Cannabis oder anderen Substanzen – als Selbstmedikation für die innere Unruhe. Wird das ADHS behandelt, sinkt das Rückfallrisiko.

Wie Behandlung bei Doppeldiagnosen aussieht

Integrierte Behandlung – bei der Sucht und psychische Erkrankung gleichzeitig behandelt werden – ist der Standard und deutlich wirksamer als sequenzielle Ansätze. Das erfordert Fachpersonen, die beide Bereiche kennen. Spezielle psychiatrische Tageskliniken und Suchtambulanzen bieten solche integrierten Programme an.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Substanzkonsum und psychische Belastungen in Ihrem Leben zusammenhängen, ist professionelle Unterstützung ein wichtiger Schritt. Über Therapie Direkt können Sie sich auf die Warteliste für eine Psychotherapie eintragen.

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