Was tun, wenn Therapie nicht hilft? Wenn Fortschritt ausbleibt
Es ist einer der am wenigsten besprochenen Aspekte der Psychotherapie: Sie funktioniert nicht immer. Nicht für jeden. Nicht jede Methode. Nicht jede therapeutische Beziehung. Und das anzusprechen ist wichtig – nicht um Entmutigung zu säen, sondern weil das Schweigen darüber Menschen dazu bringt, sich selbst die Schuld zu geben, wenn die Therapie nicht anschlägt.
Warum Therapie manchmal nicht wirkt
Die Gründe sind vielfältig:
- Falsche Methode für die Erkrankung: Nicht jede Therapieform ist für jede Erkrankung gleich gut geeignet. Wer mit einer PTBS in eine Gesprächstherapie ohne Traumafokus geht, wird möglicherweise wenig Fortschritt erleben.
- Fehlende therapeutische Passung: Die therapeutische Beziehung ist der stärkste Wirkfaktor – wenn sie nicht stimmt, wirkt die Methode kaum. Das ist kein Versagen von Therapeut:in oder Patient:in, sondern Mismatch.
- Nicht identifizierte Komorbiditäten: Wenn eine Begleiterkrankung wie ADHS, unerkannter Autismus oder eine Persönlichkeitsstörung nicht diagnostiziert ist, arbeitet man manchmal an den Symptomen statt an den Ursachen.
- Ungünstiger Zeitpunkt: Therapie braucht Kapazität. In einer akuten Lebenskrise, mitten in einem Umzug, einer Scheidung oder einem Jobverlust kann die therapeutische Arbeit kaum ankommen.
Was man tun kann
Offen mit der Therapeutin sprechen. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Viele Patient:innen verschweigen aus Höflichkeit, dass sie nicht vorankommen. Genau dieses Gespräch kann eine Therapie retten – oder eine geordnete Beendigung einleiten.
Einen Methodenwechsel in Betracht ziehen. Wer in der Verhaltenstherapie keinen Fortschritt macht, kann von einem tiefenpsychologischen Ansatz profitieren – oder von einem körperbasierten Verfahren, wenn das Trauma körperlich gespeichert ist.
Eine psychiatrische Mitbehandlung erwägen. Bei bestimmten Erkrankungen – schwere Depression, Bipolarer Störung, OCD, Psychosen – kann eine medikamentöse Begleitung erst die Grundlage schaffen, auf der Therapie wirken kann.
Nicht aufgeben. Therapie ist oft nicht linear. Phasen des Stillstands gehören dazu. Manchmal wirkt etwas erst Monate später. Manchmal braucht es mehrere Versuche mit verschiedenen Therapeut:innen, bevor etwas anspringt. Das ist keine Niederlage – es ist Ausdauer.
Wenn eine bisherige Therapie nicht das gebracht hat, was Sie sich erhofft haben, ist das kein Grund, aufzuhören. Über Therapie Direkt können Sie sich unkompliziert auf die Warteliste eintragen und einen neuen Versuch starten.
Suchen Sie Unterstützung? Tragen Sie sich jetzt unkompliziert auf die Warteliste ein.
Auf die Warteliste eintragen →