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03. Oktober 2026

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Was Unternehmen unterschätzen – und was Betroffene wissen sollten

Psychische Erkrankungen sind in Deutschland der häufigste Grund für Frühverrentung und der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen. Gleichzeitig ist die Arbeitswelt einer der zentralen Orte, an dem psychische Belastungen entstehen – und einer der letzten, an dem offen darüber gesprochen wird.

Welche Faktoren psychisch belasten

Nicht jeder Stress bei der Arbeit macht krank. Was dauerhaft schadet, ist gut erforscht:

Was Arbeitgeber rechtlich schulden

In Deutschland sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu erfassen und zu minimieren. Das ist seit 2013 Teil des Arbeitsschutzgesetzes. In der Praxis wird diese Pflicht noch immer von vielen Unternehmen ignoriert oder formal abgehakt.

Wer unter arbeitsbedingten psychischen Belastungen leidet, hat das Recht auf ein vertrauliches Gespräch mit dem Betriebsarzt, auf Unterstützung durch den Betriebsrat und in vielen Unternehmen auf Beratung durch externe Employee-Assistance-Programme (EAP).

Was Betroffene selbst tun können

Frühzeitig Unterstützung suchen. Die meisten Menschen warten zu lange – bis ein Zusammenbruch erzwingt, was vorher freiwillig möglich gewesen wäre. Wer merkt, dass die Arbeit psychisch krank macht, sollte:

Das Schweigen brechen

Psychische Erkrankungen bei der Arbeit sind noch immer stigmatisiert. Wer wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben wird, bekommt Mitgefühl. Wer wegen einer Depression krankgeschrieben wird, muss sich manchmal erklären. Das verändert sich – aber zu langsam. Wer sich traut, offen zu sein, trägt dazu bei.

Wenn Ihr Arbeitsplatz Ihre psychische Gesundheit belastet und Sie Unterstützung suchen, können Sie sich über Therapie Direkt auf die Warteliste für eine Psychotherapie eintragen.

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